Olaf Lies auf Sommerreise beim VPAK
Nach einem kurzen Händeschütteln mit einigen der ihn erwartenden Erwachsenen wandte sich der Ministerpräsident bei seiner Ankunft im Schulhof sofort den Kindern der VPAK-Horte zu. Er stellte sich mit „Hallo, ich heiße Olaf, und du?“ bei ihnen vor und schnell war er von den Grundschulkindern umringt. Das Willkommen des Vorsitzenden des VPAK musste also etwas warten.
Schließlich hieß ihn Ramis Konya willkommen und Herr Lies sprach einige Grußworte für alle Gäste. Er wies vor allem auf die Dringlichkeit eines ressourcenorientierten Blicks auf die Gesellschaft und jeden einzelnen hin.
Zwei Kinderräte des Hortes Rosenkinder führten den Ministerpräsidenten dann durch ihren Hort, erzählten über den Alltag und erklärten Regeln – und stellten ihm einige Fragen, die sie vorab gesammelt hatten. Der Kinderrat hatte sich vor dem Besuch viele Gedanken darüber gemacht, was die Kinder dem Ministerpräsidenten zeigen und was sie von ihm wissen wollten. Einen kleinen Auszug davon kann man im Beitrag von SAT 1 sehen.
In der niegelnagelneuen Turnhalle der Rosenplatzschule ging das Programm weiter: zunächst eine ausführliche Begrüßung aller Gäste durch den Vorsitzenden Ramis Konya und eine Vorstellung des Vereins durch die Geschäftsführerin Karin Mackevics.
Am spannendsten war aber die anschließende Gesprächsrunde, die von der Schülerin Rose Nguyen souverän moderiert wurde. Die Teilnehmenden hatten sich darüber Gedanken gemacht, was der VPAK für sie bedeutet, was sie dem Ministerpräsidenten sagen und was sie von ihm wissen wollten. Herr Lies hatte die Gelegenheit darauf einzugehen und natürlich auch, auf die Fragen zu antworten.
Mariia Tkachenko und Ahmed Sünger, beide in der 6. Klasse, erzählten, dass sie im Projekt FünfSechs vor allem schulische Unterstützung zur Verbesserung ihrer Noten erhielten und interessierten sich dafür, ob der Ministerpräsident ein „Hassfach“ hatte, einmal die Klasse wiederholt hätte und was er von der Idee hält, die Hausaufgaben abzuschaffen.
Rose Nguyen, Schülerin im Projekt SiebenPlus, und Emre Yagar, ehemaliger Schüler und aktueller Mitarbeiter im Projekt SiebenPlus, schilderten, wie wichtig der VPAK über das Lernen hinaus für sie sei: ein Ort, an dem sie sich aufgehoben und begleitet fühlen und andere junge Menschen treffen, mit denen sie bestimmte familiäre migrationsbedingte Konstellationen und Erfahrungen teilen. Als Lehramtsstudent möchte Emre jetzt schon im Projekt, aber auch zukünftig versuchen, so viel wie möglich davon an seine Schüler*innen weiterzugeben.
Miroslawa Kwiatkowski machte deutlich, dass der Deutschkurs für Frauen, an dem sie teilnimmt, viel mehr als nur ein Deutschkurs ist. Von größter Bedeutung für die Teilnehmerinnen seien der Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Unterstützung und Hilfe bei den täglichen Herausforderungen. Sie interessierte, ob der Ministerpräsident schon einmal im Ausland gelebt oder eine Sprache lernen musste.
Lukas Horstmann, Mitarbeiter im Ganztag an der Stüveschule und dort als Deutschförderkraft tätig, stellte klar, dass seine Tätigkeit beim VPAK nicht nur Arbeit neben dem Studium sei. Sie hätte auch seine Perspektive deutlich erweitert und ihn daher in seiner Persönlichkeit geformt. Von der Wirkung des VPAK ist er überzeugt und fragte daher auch den Ministerpräsidenten, was dieser tun wolle, um diese Wirkung zu unterstützen.
Herr Lies zeigte sich beeindruckt über die positiven Darstellungen und überzeugt, dass der VPAK eine wichtige Unterstützung für viele Kinder und Jugendliche ist. Er freute sich über das Engagement und bestätigte, dass die Gesellschaft solches Engagement benötige. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Herausforderung darin läge, dieses Positive, das hier außerhalb von Schule passiert, mehr in die Schulen zu bringen.
In diesem Punkt scheint sich der Ministerpräsident mit den Vereinsgründern des VPAK einig zu sein, die im Jahr 1981 dachten, der Verein würde bald überflüssig werden...
Die Gesprächsrunde schloss mit einigen gesammelten Fragen von Kindern und Jugendlichen aus den Projekten wie „Warum wird Migration nur negativ gesehen und nicht auch mal positiv darüber gesprochen?“, „Muss man Abitur machen, um Ministerpräsident zu werden?“, „Was werden Sie für die Integration von Zugewanderten tun?“ und schließlich... „Können Sie die Sommerferien länger machen?“
Den letzten Teil des Besuches verbrachte der Ministerpräsident draußen auf dem Schulhof, spielend mit den Kindern aus den VPAK-Horten. Es fiel im sichtlich schwer zu seinem nächsten Termin weiterzureisen: Immer wieder ließ er sich noch einmal von einem Kind aufhalten...